Das KAISERBRÜNDL hat eine beeindruckende Geschichte, die sich über mehrere Jahrhunderte erstreckt.
RÖMISCHE WURZELN Das Kaiserbründl (vormals Centralbad) gilt seit jeher als ältestes und vornehmstes Bade-Etablissement Wiens. Der
ungewöhnlich tiefe und ertragreiche Hausbrunnen wurde schon zur Römerzeit für das hier gelegene Brückenkopf-Castell genutzt
(Münzfunde der Kaiser Heliogabal und Alexander Serverus). Die Anlage mit der damaligen Bezeichnung "Weihenpurgkh" war bis in das
Jahr 1156 eine eigene befestigte Vorstadt Wiens.
KAISERLICHE GESELLSCHAFT Im Mittelalter befand sich hier ein Zentrum der Textil-Industrie (der alte Ramhof), die erste urkundliche
Nennung der "Padstubn" im Hause erfolgte 1368. Im 19. Jahrhundert erlangte das Centralbad (mittlerweile das einzige Bad in der Inneren
Stadt) größten gesellschaftlichen Glanz, zu seinen Stammgästen zählte z.B. Erzherzog Ludwig Victor, der für seine Schönheitsliebe
berühmte Bruder des Kaiser Franz Joseph.
NEUER NAME Zum Gedenken an die Besuche der drei kaiserlichen Majestäten, nämlich-Franz Joseph am 12.08.1873,
Don Pedro II am 13.03.1877 und Nasir-ad-Din am 8. und 13.07.1878 wurde das Centralbad in "KAISERBRÜNDL" umbenannt.
UMBAUARBEITEN In den Jahren 1887 - 1891 erfolgte der Umbau des Gebäudes durch den bekannten Wiener Architekten und
Stadtbaumeister Anton Honus in die jetzige Form. Nach einer Phase der Stagnation im Gefolge der Weltkriege erlebt das Kaiserbründl
jetzt, an der Schwelle des dritten Jahrtausends seines Bestehens, einen neuen Aufschwung, der sich in umfangreichen Renovierungen und
Erweiterungen manifestierte.
SOCIETAS CONSPIRANTI HELIOGABALI Einen bedeutenden Beitrag dazu leistet die "Societas Conspiranti Heliogabali", gewissermaßen
die Dombauhütte des Kaiserbründl, die die Verwandlung desselben in den unterirdischen Sonnentempel von Hemesa anstrebt, um
nach einer Unterbrechung von 1777 Jahren die Divinatio Heliogabali zu vollenden.